Handelsblatt: Verkehrte Welt auf dem Wohnungsmarkt

16.12.2017

In Deutschland fehlen immer noch Hunderttausende Wohnungen. Doch Bauträger treten auf die Bremse und lassen sich weniger statt mehr Bauprojekte genehmigen. Die Schuldigen für diesen Trend sind schnell ausgemacht.

Düsseldorf: Deutschlands Immobilienmarkt boomt: Die Nachfrage von Mietern und Käufern nach Wohnungen oder einem Eigenheim ist nach wie vor höher als das Angebot; Mieten und Preise steigen. Dennoch nimmt offenbar die Lust zu bauen bei Unternehmen und privaten Bauherren ab. Das zumindest legen die aktuellen Daten zur Zahl der Wohnungsbaugenehmigungen nahe.

Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) am Donnerstag mitteilte, wurden von Januar bis Oktober 2017 in Deutschland 7,3 Prozent oder 22.400 Wohnungen weniger genehmigt als in den ersten zehn Monaten des Vorjahrs. Damit zeichnet sich bereits jetzt ab, dass es 2017 zum ersten Mal seit 2008 wieder einen Rückgang bei der Zahl der genehmigten Wohnungen geben wird.

nsgesamt ließen sich Bauherren 286.300 Wohnungsbaumaßnahmen von den zuständigen Ämtern bewilligen. Destatis zählt dazu nicht nur reine Neubauten, sondern auch Genehmigungen etwa für Dachgeschossausbauten in bestehenden Gebäuden. Vergleicht man die Zahlen auf Dreimonatssicht, fällt die Bilanz noch schlechter aus: Von August bis September 2017 wurden 8,6 Prozent weniger Wohnungen genehmigt als im selben Zeitraum ein Jahr zuvor.

Verkehrte Welt also? Müsste es sich für Bauträger, aber auch Privatleute, nicht gerade jetzt lohnen, neue Wohnprojekte anzugehen – mit der Aussicht auf hohe Verkaufsgewinne, nachhaltig hohe Mieteinnahmen oder auf die eigenen vier Wänden, wenn man sie in Eigenregie baut?

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