Nachpächter gefunden: Junges Trio will Hagenbergschänke neu eröffnen

10.01.2015

OTZ: Junges Team übernimmt die Schlüssel

Mit einem riesigen Schlüsselbund ausgestattet hat Petra Pampel, die Bürgermeisterin der Gemeinde Mohlsdorf-Teichwolframsdorf, ein junges Trio, das die Hagenbergschänke neu eröffnen will.

Von Christine Schimmel

Teichwolframsdorf Die Hagenbergschänke gehört seit Jahrzehnten zum Ortsbild von Teichwolframsdorf. Generationen kehrten hier zum Mittagstisch, zu Kaffee und Kuchen oder für eine zünftige Skatrunde ein. Das Lokal wird nun von einem jungen Trio geführt, das die Gaststätte am 1. Februar neu eröffnen wird.

25 Jahre lang waren Bärbel und Andreas Münster die Gastwirte. Aus persönlichen Gründen beenden sie ihre Gastronomen-Laufbahn. "Ich habe genug gekocht in meinem Leben", sagt die frühere Köchin des Gasthauses. Froh ist sie, dass "ihre" Hagenbergschänke nicht schließen muss. Für die Teichwolframsdorfer wäre das eine Katastrophe, wenn die letzte Gaststätte im Ort dicht machen würde.
Mehrere Gastronomen hatten angefragt

Doch davon muss nun keine Rede mehr sein. Rund ein halbes Jahr haben sich die Gemeindeverwaltung von Mohlsdorf-Teichwolframsdorf und der Hausverwalter Jan Popp um neue Pächter bemüht, nachdem im Mai 2014 Familie Münster ihre Kündigung eingereicht hatte. "Wir haben in der Zeitung, auf Facebook und Immobilienportalen Nachpächter gesucht und hatten mehrere Anfragen anderer Gastronomen, die die Hagenbergschänke gern übernommen hätten. Damit hatten wir fast nicht gerechnet. Sogar ein Grieche und ein Italiener wollten sich hier ansiedeln", erklärt Popp.

Auch die Bürgermeisterin der Gemeinde, Petra Pampel (Interessengemeinschaft für Wirtschaft und Arbeit), freut sich über den nahtlosen Übergang. "Schön ist, dass die neuen Wirte aus der Branche kommen und realistisch an die Betreibung herangehen, denn sie wissen, worum es geht", sagt sie.

Auf Thüringer Hausmannskost und vogtländische Küche wollen der 41-jährige Koch Markus Schleßier und Monique Rauschenbach aus Weida setzen. Die 36-Jährige ist gelernte Einzelhandelskauffrau und wird den Servicebereich der Gaststätte übernehmen. Dem Koch zur Seite steht der 37-jährige Marcel Roßmann. Die Drei haben bereits in der Gastronomie kurz zusammengearbeitet und wollen den Gästen gutbürgerliche Gerichte servieren. "Natürlich werden Sülze mit Bratkartoffeln, Bauernfrühstück, Eisbein und Rostbrätl auf unserer Karte nicht fehlen", betont Schleßier. Auf der Sonntagskarte sollen zusätzlich Gerichte mit Ente, Gans und Wild stehen. Die Hoffnung des jungen Teams liegt nun in den Teichwolframsdorfern. "Wir freuen uns auf die Kegler und andere Vereine, die ihre Vereinstreffen bei uns abhalten möchten. Für die Senioren organisieren wir auch gern regelmäßige Kaffeekränzchen", kündigt der Koch an. Das Lokal soll auch für Familienfeiern, Weihnachts- und Silvesterrunden, zur Kirmes oder anderen Ereignissen die Adresse im Ort bleiben. "Platz haben wir genug. Im Gastraum finden 70 bis 80 Leute Platz und wenn die Biergartensaison losgeht, wird natürlich auch draußen bestuhlt", verspricht Monique Rauschenbach.

Kostproben der Gerichte auf der Speisekarte

Am Sonntag, 1. Februar, öffnet das neue Team der Hagenbergschänke nachmittags um 17 Uhr erstmals nach der Schließung wieder die Türen. Dann sollen auf einem Buffet Kostproben der Speisen gereicht werden, die man dann auf der Karte findet.

Bis die Neugier der Teichwolframsdorfer an diesem Tag gestillt werden kann, haben Schleßier, Rauschenbach und Roßmann noch jede Menge zu tun. Seit zwei Tagen halten sie den großen Schlüsselbund zum Gasthaus in ihren Händen, seit gestern wird drinnen eifrig renoviert. Die Wände bekommen einen neuen Anstrich, die Ausstattung soll bleiben. Auch draußen will man mit neuer Farbe den Neustart verkünden. Bevor allerdings im Frühjahr die Fassade gestrichen werden kann, sorgt die Gemeindeverwaltung laut Bürgermeisterin Petra Pampel noch für notwendig gewordene Trockenlegungsarbeiten an der Hauswand.

Mit dem Eröffnungstag wollen die neuen Pächter auch die Fremdenzimmer der Pension wieder anbieten, die der frühere Gastwirt Andreas Münster vor vielen Jahren selbst ausgebaut hatte. Außer zu den Ruhetagen dienstags und mittwochs steht das junge Trio seinen Gästen nach dem Eröffnungstag ab 16 Uhr bis in die Nacht zur Verfügung, bewirtet Besucher an Wochenenden ab 11 Uhr. "Nach Vereinbarung öffnen wir selbstverständlich auch früher und gehen auf die Wünsche der Kundschaft ein", verspricht Markus Schleßier, sich auch auf die bisherigen Gepflogenheiten der Teichwolframsdorfer Einwohner einzustellen.

"Wir hoffen, dass die Drei das Lokal so lange bewirtschaften, bis sie in Rente gehen", wünscht Bürgermeisterin Petra Pampel den Neuen ein glückliches Händchen. Zumindest für die nächsten zehn Jahre brauchen sie das auch, denn für diesen Zeitraum ist der Pachtvertrag geschlossen.

Quelle: OTZ vom 10.01.2015

Quelle Foto: Jan Popp 


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