Süddeutsche Zeitung: Union und FDP fordern Freibetrag bei der Grunderwerbsteuer

19.10.2017

- CDU/CSU und FDP streben einen Freibetrag beim Hauskauf an.
- Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) fordert ein ähnliches Modell. Für Neubauten wollen die Wirtschaftswissenschaftler die Abgabe sogar abschaffen.
- Zeitgleich überlegt das IW, wie Schlupflöscher geschlossen werden können, mit denen Großinvestoren die Steuer aktuell legal umgehen.

Von Thomas Öchsner

Für die Länder ist die Grunderwerbsteuer eine sprudelnde Geldquelle, für private Hauskäufer ein teure Zusatzlast: Wird ein bebautes oder unbebautes Grundstück verkauft, ist für den Käufer die Sondersteuer fällig. Fast 13 Milliarden Euro kommen so voraussichtlich dieses Jahr in die Kassen der Länder - so viel wie noch nie. Seit der Finanzkrise 2009 sind die Einnahmen aus dieser Steuer um 260 Prozent gestiegen.

Das liegt nicht nur am Immobilienboom in vielen Groß- und Universitätsstädten Deutschlands. Einige Bundesländer, die seit 2006 über den Steuersatz bestimmen können, haben auch kräftig zugelangt: Nach Angaben des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) wurde die Grunderwerbsteuer in den vergangenen zehn Jahren insgesamt 26-mal erhöht. Nur in Bayern und Sachsen ist der Steuersatz mit 3,5 Prozent des Kaufpreises so hoch wie seit 2007 geblieben. Nordrhein-Westfalen, das Saarland, Brandenburg, Thüringen und Berlin haben hingegen den Steuersatz, ausgehend von 3,5 Prozent, fast verdoppelt. Bei einem Kaufpreis von 300 000 Euro können so fast 20 000 Euro zusätzlich nur für die Sondersteuer zusammenkommen.

Ausszug aus der Süddeutschen Zeitung

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