Der Immobilienmarkt im Umbruch

23.02.2018

Das der Immobilienmarkt im Umbruch ist, trifft auch für unsere ostthüringer bzw. westsächsische Region, in welcher wir seit fast 27 Jahren tätig sind, zu. Dies kommt auch teilweise durch die veränderten gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen zustande, zeigen doch die Energieeinsparverordnung, der Klimaschutz, die Niedrigzinsphase und vor allem auch die zunehmende Digitalisierung in der Immobilienbranche ihre Wirkungen.

Natürlich auch immer wieder neue Gesetzesänderungen, Verschärfung von Vorschriften etc., wie z. B. in diesem Jahr die Nachrüstpflicht für Rauchmelder, beschäftigen die Immobilienwirtschaft und nehmen auch direkt oder indirekt Einfluss auf den Immobilienmarkt.

Auch in unserer Region haben sich vor allem in den letzten zwei Jahren die Preise wie auch die Nachfrage verändert. Momentan sehen wir bessere Zeiten als vor einigen Jahren, da für Immobilienverkäufer wieder höhere Kaufpreise erzielt werden können aber auch der Immobilienkäufer die niedrigen Zinsen für den Erwerb der ei-gengenutzten Immobilie nutzen kann.

Viele haben bestimmt auch schon festgestellt, dass seitdem die Zinsen niedrig sind und die europäischen Vergaberichtlinien für Kredite verschärft wurden, es zwar nicht mehr so einfach ist, ein Darlehen zu bekommen, aber aufgrund der niedrigen Zinsen und der dadurch möglichen hohen Tilgung es gerade für Eigennutzer überschaubarer wird, wann ihre Immobilie abbezahlt ist.

Gerade deswegen sieht man auch einen relativ leeren Immobilienmarkt in Bezug auf Einfamilienhäuser, da die Nachfrage sehr gestiegen ist. Wir stellen hier selber fest, dass die Gründe nicht nur die niedrigen Zinsen sind, sondern auch natürlich die fehlenden alternativen Anlagemöglichkeiten mit einem relativ sicheren und soliden Zinsertrag, aber auch der wahrnehmbare Rückzug von Menschen in die alte Heimat, welche aufgrund des Arbeitsplatzmangels in den 90er Jahren unsere Region verlassen haben. Die Gründe hierfür sind, seinen Altersruhesitz in der alten Heimat zu suchen, um z. B. auch die Kinder zu unterstützen oder auch bei jungen Familien, aufgrund der momentan guten wirtschaftlichen Lage, die Aussicht, einen Job zu finden und in die Heimat zurückkehren, um hier z. B. die bessere Kinderversorgung nutzen zu können. Anziehende Preise werden auch im Bereich der Mietwohnungen festgestellt. Dies ist nach unserer Meinung auch notwendig. Wenn man in die 90er Jahre zurückblickt, wurde z. B. im Stadtgebiet Greiz für rund 10 DM/m2 Wohnraum vermietet - in Euro-Zeiten für rund 5 Euro, d. h. die Mieten haben sich nicht in unserer Region wie Lebensmittel, Baumaterialien oder anderes ständig nach oben bewegt, sondern sind fast konstant geblieben. Dies trotz der steigenden Preise im Bereich von Handwerkerleistungen, Material, Versicherungen etc..

Hinzu kommen noch im Neubau- wie auch im Sanierungsbereich erhöhte Auflagen, gerade in punkto Energieeinsparung und auch teilweise durch erhöhte statische Anforderungen oder auch erhöhtem Brandschutz.

Jan Popp

Regionalsprecher der IVD Mitte/ Landesverband Thüringen für Greiz, Zeulenroda und Schleiz


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